Khyber Pass:
Von Shaghai nach Landi Kotal
und zurück nach Jamrud

 

Karte: Khyber PassTeil 2:

 

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Fortsetzung aus Teil 1 - [vorige Fotogalerie]

Von Shaghai sind es noch 18 km bis Landi Kotal. Auch oberhalb von Shaghai bleibt die Strecke recht spannend.


Führerstand, 60 kBAuf dem Führerstand (im Tunnel)

Schon im unteren Streckenteil gab es etliche Tunnel (34 auf der Gesamtstrecke). Jetzt folgen kurze Tunnel und Stützmauern mehrfach hintereinander. Ich sehe mir diesen Abschnitt am zweiten Tag auf den Paß mal aus Führestandsperspektive an und habe mir dazu den Führerstand der hinteren Lok ausgesucht, der weniger überlaufen ist. 

27. Januar 1996
 


Talenge, 100 kBTalenge

Hinter Shaghai wird das Tal sehr eng. Die Bahn verläuft oben am Nordhang, während die Straße in diesem Bereich weiter unten bleibt, aber doppelt geführt wird, auf beiden Talseiten, nach Fahrtrichtung getrennt. Für einen Ausbau der ursprünglich einstreifigen Straße war offensichtlich kein Platz mehr und so kam eine zweite Straße dazu. Ich vermute, daß auch der Straßenausbau primär militärische Gründe gehabt hat, denn so sehr hoch ist das Fahrzeugaufkommen über die nur beschränkt geöffnete Grenze nicht. 

27. Januar 1996


Tunnel, 59 kBTunnel

Tunnel - Stützmauer - Tunnel, manchmal auch mit einer Brücke dazwischen, das ist der Verlauf der Bahntrasse in diesem Talabschnitt.

27. Januar 1996


Miliz, 50 kBRifleman

Blick durch die geöffnete Wagentür - in Pakistan sind die Türen im Zug eigentlich immer geöffnet. Da die Fenster vergittert sind, ist die Tür auch meist der beste Fotostandpunkt - aber auch ein guter Posten für unsere Riflemen, um Präsenz zu zeigen.

Der Zug hat den engen Abschnitt verlassen, das Tal weitet sich und bietet Platz für Siedlungen.

26. Januar 1996


Bf Landi Kotal, 80 kBBf. Landi Kotal

Der Bahnhof Landi Kotal (760 m hoch, 34 km von Jamrud) hat ein Bahnsteiggleis und 5 oder 6 weitere Abstellgleise - für einen Planzug pro Woche. Aber natürlich sollten größere Truppenkontingente schnell herangeschafft und ausgeladen werden können. Das Bahnhofsgebäude (hinter Qualm versteckt) ist ein Fort, mit dem ehemaligen Fahrkartenschalter hinter einer Schießscharte. Zu britischer Zeit sind in diesem Fort allerdings schon mal mehrere Bataillone stationiert gewesen.

Landi Kotal ist seit 1932 auch Endpunkt der Strecke. Von 1926 bis 32 fuhren auch Züge bis ins 3 km entfernte Landi Khana, aber von diesem Teilstück sind nur noch Reste vorhanden.

26. Januar 1996


Kinder am Bf. Landi Kotal, 54 kBKinder am Bf. Landi Kotal

Die Reisenden sind dringend gehalten, das Bahnhofsgelände nicht zu verlassen. Schon der Gang über die Straße zu den Verkaufsständen im Ort gilt als zu gefährlich - für die Khyber Rifles ist das Gelände außerhalb des Bahnhofs bereits jenseits ihres Einflußgebietes, und dort könnten sie keinen Schutz gewähren, ohne eine größere Staatskrise hervorzurufen.

Für die einheimischen Pashtunen gilt umgekehrt aber kein Betretungsverbot des Bahnhofs und so sammelt sich viel neugieriges Volk an, Kinder und Erwachsene - 1996 hat es noch nicht sehr viele Sonderfahrten hierher gegeben. Einer der Einheimischen, ein würdiger Herr, spricht deutsch, und ist begeistert, diese Sprache in der Praxis einmal wieder anwenden zu können. Es bildet sich eine gewaltige Menschentraube um uns, denn das muß sehr selten sein, daß sich einer der Ihren in einer den Umstehenden fremden Sprache mit den Europäern unterhält. Wie sich herausstellt, hat er in Deutschland studiert, ist aber schon lange wieder in seiner Heimat. 

26. Januar 1996


Felswand, 59 kBFelswand

Auch die Rückfahrt wird wieder für verschiedene Fotohalte genutzt. (Eine "normale" Khyber-Paß-Sonderfahrt enthält übrigens keine Fotohalte.)

Das tunnelreiche Stück an der oben bereits gezeigten Talenge beginnt mit diesem Abschnitt unter der fast senkrechten Felswand.  

26. Januar 1996


Zwischen Tunnels, 103 kBZwischen Tunnels

Einer der Tunnel-Stützmauer-Tunnel-Abschnitte von der anderen Talseite von der Straße aus gesehen.

Für die Rückfahrt am zweiten Tag habe ich mich einigen Leuten angeschlossen, die die Zugfahrt mit einem Kleinbus von der Paßstraße aus verfolgen, natürlich auch unter bewaffnetem Begleitschutz.

27. Januar 1996


Fahrradschmuggler, 76 kBFahrradschmuggler

Zu den Kuriostäten am Khyber-Pass gehört der Schmuggel. Peshawar gilt als Hauptsitz der Schmuggelorganisation, und die westlichen Stadtteile, in denen die Schmugglerbosse residieren, sind für Ausländer tabu. Dort rekrutieren die Bosse Jugendliche, die für sie die Arbeit erledigen, die darin besteht, Fahrräder, Hauselektronik und sonstige Konsumwaren hauptsächlich chinesicher Herkunft von der Grenze aus in die Stadt zu bringen - unter den Augen der Staatsmacht, vertreten durch die Khyber Rifles.

Es wird berichtet, daß Jugendliche aus Peshawar per Bus zur Grenze gebracht werden, daß die Lkw mit der Schmuggelladung an der Grenze entladen werden, die Jugendlichen die Fahrräder in Empfang nehmen, auf dem Gepäckträger weitere Konsumgüter als Zuladung bekommen, und die fabrikneuen Fahrräder auf der Fahrt hinunter nach Peshawar erstmal einweihen. Wenn alles reibungslos geht, können die Jungen solche Fahrten mehrmals pro Tag zurücklegen.

Manchmal geht es auch nicht gut, wenn wie hier im Bild, die Straße bei Fahrrad oder Ladung Tribut verlangt. (An den Fahrrädern erkennt man noch die Originalverpackung an Gabel und Schutzblech). Unser Rifleman versucht, den Jungs zu helfen, die mit einer abgesprungenen Kette kämpfen. Die Gestalten sind aufgrund des stürmischen kalten Windes etwas vermummt.

Mit meiner westlichen Vorstellung frage ich, wenn der Schmuggel doch so offensichtlich ist, warum die Lkw mit den Waren diese nicht gleich bis Peshawar fahren. Aber das würde wohl die Toleranzgrenze überschreiten und einen eingespielten und akzeptierten Zustand aus dem Gleichgewicht bringen. Es würde mich nicht wundern, wenn an dem bewährten Lieferverfahren mehrere beteiligte Seiten profitieren.

Ansonsten ist im Bildhintergrund wieder eines der Wehrdörfer zu sehen und darüber am Hang die Bahntrasse - wir Fotografen warten eigentlich, an die Böschung gekauert, auf den Zug.   

27. Januar 1996


Obere Straßenbrücke, 62 kBObere Straßenbrücke

Zwischen Sgahhai und der oberen Spitzkehre quert die Paßstraße noch zweimal die Bahn. An dieser Straßenbrücke ist das Fotolicht nachmittags besonders gut...

26. Januar 1996


An oberer Straßenbrücke, 90 kBAn der oberen Straßenbrücke

... so daß an beiden Tagen hier Halte mit Scheinanfahrten eingelegt werden.

27. Januar 1996


Fotografen, 66 kBFotografen

Für Fotografen und Videofilmer bietet die Szene der beiden vorigen Bilder reichlich Platz; an anderen Stellen war mehr Kraxelei erforderlich.

26. Januar 1996


Jamrud, Ankunft, 62 kBAnkunft in Jamrud

Rückkehr nach Jamrud. Zwei erlebnisreiche Tage sind vorbei, beide mit ausgezeichnetem Fotowetter. Es gab weder technische Probleme noch irgendwelche nennenswerten Sicherheitsvorfälle.

26. Januar 1996


Und mit den letzten Bildern vom Khyber-Pass geht auch die ganze Pakistan-Reise zu Ende. Für uns folgt noch eine weitere halsbrecherische Busfahrt nach Islamabad, ein verspäteter Nachtflug nach Karachi, eine sehr kurze Nacht in sehr mäßigen Zimmern in Karachi und ein langer Flug zurück nach Europa.

Heute, im Jahr 2002, ist manches von dem, was auf dieser Tour geboten wurde, bereits Geschichte.


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© Copyright 2000 Roland Ziegler