Nochmals Malakwal:
Mehr aus Malakwal und nach Khewra

 

 

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Die Organisation ist auch am dritten Tag in Malakwal alles andere als perfekt. Laut Reiseplan (auch laut Planung der Pakistan Railways) soll morgens auf der Strecke nach Khushab bis zum Ort Lilla (knapp 50 km) gefahren werden. Daraus wird nichts. Nach vielen Verhandlungen über Zuggarnitur, Traktion und Fahrtrichtung der Lok kommt vormittags nur eine kurzer Ausflug nach Haranpur (Abzweig nach Gharibwal) zustande, ganze 9 km. Möglicherweise gehört der Bahnhofsvorstand in Malakwal einem anderen Clan an als die Organistoren in Karachi.

Nach ausgedehnter Mittagspause findet dann am späten Nachmittag ein zweiter Ausflug zum Salt Range statt, diesmal auf der Strecke nach Khewra. Und nachmittags gelingt es dann auch, statt des Schlafwagenzuges eine Mixed Train-Garnitur zusammenzustellen. 


Bf Malakwal, 88 kBBf Malakwal

Zwei abfahrbereite Züge morgens im Bahnhof von Malakwal: Links unser Sonderzug, bespannt mit SPS für die Fernreise ins 9km entfernte Haranpur, rechts ein Lokalzug, vielleicht der Morgenzug nach Gharibwal, bespannt mit SGS.

24. Januar 1996
 


Kreuzung in Haranpur, 63 kBZugkreuzung in Haranpur

In Haranpur angekommen, erwarten wir die Kreuzung mit einem anderen Lokalzug, vermutlich dem R435 von Lilla nach Malakwal, der wie fast alle Lokalzüge als Mixed Train verkehrt.

24. Januar 1996


Holzverladung in Haranpur, 101 kBHolzverladung in Haranpur

Am Ladegleis in Haranpur wird Holz zur Verladung angeliefert und gewogen. Der Aufwand um die wenigen Stämme und Äste zeigt, wie waldarm dieses Land und wie rar das Holz ist (siehe Changa Manga).

Im Hintergrund ist der Höhenzug des Salt Ranges zu sehen.

24. Januar 1996


Malakwal, Gleisarbeiten, 90 kBMalakwal, Gleisarbeiten

Zurück in Malakwal.

Größere Gleisarbeiten zeichnen sich an dieser Kreuzung ab. Die Zahl der Aufsichtspersonen und die der Ausführenden hält sich in etwa die Waage.

24. Januar 1996


Malakwal, Stellwerk, 66 kBMalakwal, Stellwerk

Das mechanische Stellwerk am Westkopf bedient die Strecken nach Kushub (Richtung Salt Range), nach Sargodha, die Stichbahn nach Bhera, und die Gleise zum Depot. Ausgerüstet mit der üblichen englischen Gestängetechnik erfordert es bei der Bedienung vollen körperlichen Einsatz.

24. Januar 1996


Malakwal, Zugankunft, 91 kBMalakwal, Ankunft eines GmP

Inzwischen hat sich die Sonne leider wieder hinter Wolken versteckt. 

Der eintreffende Lokalzug ist vermutlich R-443 aus Bhera, an der Spitze eine SPS.

Links gehen die Arbeiten an der Kreuzung weiter ihren Gang.

23. Januar 1996


Malakwal, Weichenverschlüsse, 109 kBMalakwal, Weichenverschlüsse

Bei der mechanischen englischen Stellwerkstechnik werden die Weichen per Gestänge und die Signale per (einfachen) Draht gestellt. Verschlossen werden die Weichen draußen am Gleis, wie im Bild zu erkennen.

Um ein solches System einigermaßen am Laufen zu halten, ist nicht nur viel Öl und Fett erforderlich, sondern auch intensive Wartung.

24. Januar 1996


Malakwal, Markt, 92 kBMalakwal, Markt

Da abzusehen war, daß sich weitere Zugfahrten für uns bis zum Nachmittag verzögern würden, blieb Zeit, auch mal einen Blick auf die nähere Bahnhofsumgebung zu werfen. Praktisch unmittelbar ans Bahngelände anschließend befindet sich der Markt des Städtchens Malkwal.

Der abgebildete Obststand soll stellvertretend für die bunte Vielfalt im Angebot dieses Marktes stehen. Mein Versuch, nach dem Foto einige Apfelsinen käuflich zu erwerben, ist allerdings nur teilweise von Erfolg gekrönt. Zwar kann ich mit einer Plastiktüte voller Orangen von dannen ziehen, jedoch wird mein Ansinnen, dafür zu bezahlen, entschieden zurückgewiesen. Im Gegenteil, man schätze sich glücklich, dem Fremden ein Gastgeschenk machen zu dürfen.    

24. Januar 1996


Malakwal, Bahnübergang, 78 kBMalakwal, Bahnübergang

Endlich geht es wieder los.

Der Bahnübergang am westlichen Ortsausgang ist häufiger geschlossen, so daß sich lange Staus bilden. Das Auto ist zwar auch bis hierher schon vorgdrungen, im Straßenbild aber noch nicht dominierend.

24. Januar 1996


Brücke nahe Khewra, 59 kBBrücke kurz vor Khewra

Bespannt mit SGS 2470 nähert sich unser Nachmittags-Mixed dem Ort Khewra, 24 km von Malakwal. Die Stichstrecke hierher zweigt von der Linie Malakwal - Kushab in Chalisa Jn ab, dem nächsten Bahnhof hinter Haranpur und ähnlich bedeutend. Anders als auf der Strecke nach Gharibwal geht es hier zumindest einige Meter nach oben. Die Güterwagen sind allesamt leer, so daß unsere Lok auch bei der leichten Steigung keine Probleme bekommt.

24. Januar 1996


Bf Khewra, 63 kBIm Bf Khewra

Eigentlich ist Khewra noch nicht das Streckenende. Das Gleis führt noch 3 km weiter bis Dandot. Allerdings beginnen hier die wirklichen Berge. Am Hang (direkt oberhalb des Tenders) ist der Straßenverlauf zu erkennen. Die Bahn führt durch einen Einschnitt - irgendwo in Bildmitte im Hintergrund. Die Strecke durch diesen Einschnitt ist wohl mehrfach durch Erdrutsche heimgesucht worden, weswegen sie offiziell als geschlossen gilt.

Die weißen Ablagerungen auf dem Boden sind keine Schnee- oder Eisreste (obwohl es recht frisch draußen war), sondern Salz. Das Salz wird in den Bergen abgebaut und hier in die Bahn verladen. 

24. Januar 1996


Khewra, Entgleisung, 53 kBBf Khewra, Entgleisung

Der Lokführer läßt sich jedoch überreden, zu versuchen, in den geschlossenen Abschnitt nach Dandot vorsichtig hineinzufahren - mit dem Personenwagen alleine, die Güterwagen sollen hierbleiben. (Im britischen Jargon nennt man solche Unternehmungen "Rare Track Bashing")

Beim Aussetzen der Güterwagen kann dann von vorsichtig aber kein Rede sein. Nicht angepaßte Geschwindigkeit bei schlechter Gleislage im Bahnhof führt zu dieser Entgleisung. Angesichts des Maleurs bekommt der Lokführer nun doch wieder sehr ernsthafte Bedenken gegen ein Weiterfahren, und nach kurzem hin und her wird die Aktion Dandot abgeblasen. Inzwischen ist es außerdem fast dunkel.

Wir machen uns statt dessen wieder nach Malakwal auf, die Güterwagen einschließlich des entgleisten bleiben in Khewra zurück.

24. Januar 1996


Speisewagen, Koch, 46 kBUnser Koch im Speisewagen

Es wird das letzte Abendessen werden, das unser Koch in der Küche des Speisewagens zubereitet. Für die ausstehenden letzten Tage der Tour ist Hotelverpflegung angesagt.

Zwar haben verschieden Leute inzwischen an kleineren Magen-Darm-Probleme zu laborieren, aber von größeren flächendeckenden Schwierigkeiten mit der Bordverpflegung kann nicht berichtet werden.

24. Januar 1996


Es beginnt die letzte Nachtfahrt im Schlafwagenzug. Sie wird uns zunächst wieder nach Lala Musa und von dort auf der pakistanischen Hauptstrecke weiter über Rawalpindi nach Taxila führen. Nach Fahrplan sollten wir um 18:00 statt in Khewra bereits in Lala Musa sein, und so wurde aufgrund der Verspätung wieder mal einiges anders als vorgesehen. Statt mit Diesel wird auch unsere letzte Nacht im Zug mit Dampf absolviert, und die längere nächtliche Standzeit in Rawalpindi fällt der Verspätung größtenteils zum Opfer. Eigentlich soll erst morgen früh ab Rawalpindi wieder Dampftraktion stattfinden, aber da die Lok noch nicht vorgeschickt worden ist, kommt sie einfacherweise dann als unsere Zuglok gleich in Malakwal davor.


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© Copyright 2000 Roland Ziegler