Von Kotri Junction nach Mirpur Khas

 

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Kotri Jn, Ankunft per Bus, 60 kBBusankunft in Kotri Junction

Der eigentliche Beginn der Tour findet in Kotri Junction statt. Kotri liegt auf dem Weg von Karachi nach Hyderabad, noch auf der westlichen Seite des Indus. Hier zweigt die rechts des Indus verlaufende Strecke nach Larkana und Habib Kot / Shikarpur von der Hauptstrecke ab.

Vom Flughafen in Karachi ging es per Bus hierher zum Bahnhof von Kotri, etwa 170 km durch leicht hügelige wüstenähnliche Landschaft. Das Gepäck reist in Pakistan üblicherweise auf dem Dach.

18. Januar 1996
 


Kotri Jn, Sonderzug, 70 kBSonderzug am Bahnsteig

Am Bahnsteig steht die Garnitur des Sonderzuges bereit. Diese Wagen werden unser Quartier für die nächsten Tage auf der Reise quer durch Pakistan sein. Es handelt sich um altgediente Fahrzeuge, die nicht mehr im besten Zustand sind. Die Organisatoren der Reise hatten Wert auf Authentizität gelegt. Es handelt sich um Schlaf- und Liegewagen unterschiedlicher Bauform. Der Schlafwagen, in dem ich unterkomme, verfügt über große Vier- und Sechs-Bett-Abteile und jeweils eigenem Waschraum mit (asiatischer) Toilette. Das Lichtraumprofil der indischen Breitspur erlaubt eine wesentlich großzügigere Raumgestaltung als wir das aus Europa gewöhnt sind. Am Zugende befindet sich ein Speisewagen, in dem wir in Halbpension verköstigt werden. Leider sind die ursprünglichen Wagenübergänge alle nicht mehr benutzbar, so daß das Umsteigen zwischen den Wagen und insbesondere in den Speisewagen nur bei Stillstand des Zuges möglich ist.

18. Januar 1996


Kotri Depot, HGS, 64 kBVorgesehene Zuglok im Depot von Kotri Jn

Die Abfahrt war für 12 Uhr mittags geplant, Zeit genug für eine Besichtigung des Depots von Kotri Junction. Hier stellt sich zunächst heraus, daß die Dampflok Nr. 2223 der Baureihe HGS, die unsere Zuglok sein soll, offensichtlich noch nicht einsatzbereit ist. Die Lok qualmt schon ganz erheblich, aber die Zahl der Leute, die an ihr herumwerkeln, läßt ahnen, daß die Qualmerei noch nicht ganz dem Sollzustand entspricht.

18. Januar 1996


Kotri Depot, HGS, Maler, 59 kBMalerarbeiten

Da die Lok innerhalb der nächsten Stunden wohl nicht fertig wird, kann man auch Zeit fürs die Detail nehmen und die Loknummer in Ruhe neu anpinseln.

Für unseren Zug heißt es damit Dieseltraktion am heutigen Tag.

18. Januar 1996


Kotri Depot, abgestellte Loks, 73 kBAbgestellte Loks im Depot

Im Depot in Kotri Jn stehen jede Menge abgestellter Loks der Baureihen HGS und SGS in unterschiedlichem Zustand. Plandampf gibt es hier nicht mehr.

18. Januar 1996


Kotri Jn, Obststand und Lkw, 70 kBLkw und Obststand

Depot und Bahnhof liegen ein Stück voneinder entfernt. Der Fußweg eröffnet einen Blick auf zwei typische Elemente im pakistanischen Straßenbild: den dekorierten Lkw und den Obststand am Straßenrand.

18. Januar 1996


Gegen Mittag um 13:00 verlassen wir Kotri Junction, wie erwartet mit Diesel bespannt. Für die 76 km bis Mirpur Khas benötigen wir etwa zwei Stunden.


Mirpur Khas, Abfahrt eines Schmalspurzuges, 56 kBAusfahrt eines Schmalspurzuges in Mirpur Khas

Mirpur Khas ist das Zentrum eines Meterspurnetzes im südöstlichen Teil der Provinz Sind. Ursprünglich reichte dieses Netz im Westen bis Hyderabad, wurde aber später auf Breitspur umgespurt. Am mittleren Nachmittag gelangen wir mit unserem dieselbespannten Breitspurzug hierher.

Im Schmalspurnetz werden ausschließlich Dampfloks eingesetzt. 1996 werden noch drei Strecken betrieben:

Im Bildvordergrund sind die Weichenantriebsgetsänge und die Signaldrähte der englischen Stellwerkstechnik zu erkennen.

18. Januar 1996


bei Mirpur Khas, im Zug, 71 kBIm Zug

Als Abendprogramm fahren wir ein Stück im 16:00-Uhr-Zug Richtung indische Grenze mit. Aus Sicherheitsgründen wird für die europäischen Eisenbahnfreunde ein halber Wagen requiriert, wo wir, bewacht von Karabiner-bewaffnteter Bahnpolizei, vor Raub, Entführung und sonstigen Fährnissen geschützt sein sollen.

Der östliche Teil der Provinz Sind gilt für nicht nur für Ausländer als gefährlich. Die offiziellen Sicherheitshinweise empfehlen, nach Einbruch der Dunkelheit Überlandreisen zu vermeiden.

18. Januar 1996


Jamrao Jn, 62 kBJamrao Junction

In Jamrao Jn, 8 km von Mirpur Khas entfernt, zweigt die Loop Line nach Süden ab. Der Halt im Bahnhof wird für eine erste Scheinanfahrt mit dem Planzug benutzt, eine Aktion, die bei den normalen Fahrgästen auf neugieriges Interesse stößt, und die bereits erhebliche Verspätung des Zuges weiter anwachsen läßt.

18. Januar 1996


bei Jamrao, 45 kBAbendlicht

Wasser gibt es hier nur aufgrund des ausdehnten Bewässerungssystems, der Teich bildet jedoch neben seinem Nutzen für die Landwirtschaft auch ein nettes Abend-Motif für unseren Schmalspurzug.

18. Januar 1996


Farm, 75 kBBauernhof

Vielleicht muten solche Gehöfte im ländlichen Sind idyllisch an, aber sie zeugen von großer Armut, aus der sich die Bauern trotz guter Ernten durch das vorherrschende feudale System auch kaum befreien können.

18. Januar 1996


Kanalbrücke, 33 kBSonnenuntergang am Nara-Kanal

Der Nara-Kanal ist ein ausgebauter Nebenarm des Indus, der Zehntausende von Quadratkilomtern einer Wüstenlandschaft landwirtschaftlich nutzbar macht. Die großen Bewässerungskanäle sind ein typisches Merkmal der Landschaften in Sind und Punjab und zeugen von den enormen Leistungen dieses Landes beim Aufbau seiner Infrastruktur. Pakistan kann sich nicht nur selbst ernähren, sondern einen wesentlichen Anteil seiner Agrarproduktion exportieren.

18. Januar 1996


Wir passieren noch den Bahnhof Pithoro, den östlichen Endpunkt der Loop-Line, wo wir einen Gegenzug abwarten, währenddessen es endgütig dunkel wird. Nach einigen weiteren Kilometern ist unsere Zugfahrt dann im kleinen Ort Dhoro Naro für heute zu Ende. Hier wartet ein Bus, der uns mit zugezogenen Vorhängen und begleitet von mehreren Sicherheitskräften zurück nach Mirpur Khas bringt. In jedem Ort gibt es eine Straßensperre der Polizei, an der die Uniformen unserer Begleiter aber jeweils für zügige Weiterreise sorgen. Andere Reiseteilnehmer, die schon zwei Tage vorher angekommen waren, und sich für den Tag ein Taxi zur Zugverfolgung gemietet hatten, berichten, daß der Taxifahrer größten Wert darauf gelegt habe, vor Einbruch der Dunkelheit wieder in der Stadt zu sein.

Mirpur Khas und sein Bahnhof scheinen aber ungefährlich zu sein. Wir verbringen unsere erste Nacht im Sonderzug am Hausbahnsteig, ohne das irgendwelche besonderen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.


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© Copyright 1999 Roland Ziegler